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23.05 – Vortrag: Herrschaftsinstitution Hochschule: Über die Unterdrückung an der Uni

Nach langer Zeit halten wir am Dienstag den 23.05 unseren Vortrag: „Herrschaftsinstitution Hochschule: Über die Unterdrückung an der Uni“ wieder an der Ruhr-Uni. Los geht’s um 18.00 Uhr in GB vor der Cafeteria.

Universitäten gelten als Orte an denen frei gelernt und geforscht wird.
Meistens wird der Eindruck erweckt, jede*r könne sich frei entfalten und habe die gleichen Chancen zur Selbstverwirklichung.
Dabei sind alle Menschen an der Uni Unterdrückung ausgesetzt und die Hochschule spielt eine wichtige Rolle beim Erhalt von Herrschaft – egal ob durch Prüfungszwang, Zulassungsbeschränkungen oder prekäre Arbeitsbedingungen. Kritisches Denken wird oft nur in dem Maße geduldet, wie es die Herrschaftsinstrumente und Hierarchien im System Uni nicht gefährdet.
Leben, lernen und Arbeit auf dem Campus sind geprägt von Konkurrenz, Wettbewerb und Leistungsdruck. Die Unterdrückungsmechanismen erstrecken sich über alle Fachrichtungen und gehen weit über Lehre und Forschung hinaus.
Wie sehen diese Formen der Unterdrückung also konkret aus? Wie unterscheiden sich die Zwänge die auf Student*innen, „Hilfskräfte“, wissenschaftliche Miarbeiter*innen, Professor*innen oder „nichtwissenschaftliche“ Mitarbeiter*innen einwirken? Und wie können wir gemeinsam gegen die uns betreffenden Herrschaft Widerstand leisten, um die Institution Uni zu überwinden?

Alternativer Ersti-Rundgang und Semesterparty

Wie jedes Semester veranstaltet die schwarze Ruhr-Uni, diesmal zusammen mit den Gruppen Antifa Café Bochum, der anarchistischen Hochschule Initiative (AhoI), Glitzer&Krawall, dem Black Pigeon und Lila Lautstark, am Donnerstag dem 11.05.2017, einen alternativen Ersti-Rundgang und eine alternative Semesterparty.

Alternativer Ersti-Rundgang

Wir zeigen euch spannende Ecken des Campus – Orte wie das politische Archive, den Frauen*raum. Dazu gibt es Anekdoten aus den Bildungsprotesten und zum rebellischen Leben und Lernen an der RUB. Außerdem wird die Frage beantwortet: Kommt mensch nach 21 Uhr eigentlich irgendwie in die Unigebäude rein? Los geht’s um 18 Uhr an der Uni-Verwaltung. Eine Rundgang nicht nur für Menschen im ersten Semester.

Alternative Semesterparty

Ab 20 Uhr wird am Gebäude HGB die inzwischen einzige selbstorgansierte Party an der Ruhr-Uni gefeiert – ungenehmigt und unkommerziell. Es gibt Bier für 1 Euro und auch günstige nicht-alkoholische Getränke sowie veganes Essen gegen Spende. Dazu ordentliche Partymusik. An Infoständen könnt ihr auch verschiedene linke und anarchistische Gruppen an der Uni, aus Bochum und dem Ruhrgebiet kennenlernen. Die Einahmen gehen in Antirepressionskassen und linke/anarchistische Projekte. Lasst uns feiern.

03.05: Anarchistisches Kennlerntreffen an der Ruhr-Uni

Zu unserem Kennlerntreffen gibt es diesemal zwei Einladungen.

Einladung 1: Gemeinsam in Richtung Revolution

Der Wunsch nach Veränderung
Würdest du dir ein anderes Zusammenleben wünschen,
in dem du über deinen Lernen, Lieben und Arbeiten entscheidest?
Bist du für eine Welt, in der alle Menschen sich frei bewegen können? Träumst von einem Zusammenleben, in dem niemand anderen gehorchen muss und alle Menschen gleichwertig sind?
Vielleicht ist das alles für dich nur eine Vorstellung von dem was eines Tages sein könnte, in ferner Zukunft…
Möglicherweise spürst du aber auch das Verlangen eine solche Welt jetzt zu schaffen und nicht mehr zu warten ob irgendeine Partei, ein*e Politiker*in oder eine andere Autorität jemals etwas in diese Richtung ändert.

Soziale Revolution – Jetzt etwas ändern

Damit bist du nicht allein. Wir wollen auch nicht länger warten und glauben das angesichts der Katastrophen, welche das bestehende System schafft, unsere Zukunft davon abhängt, dass wir eine Alternative schaffen. Das heißt, dass wir den Institutionen Kapitalismus, Staat, Universität und auch allem anderen, was auf Herrschaft beruht, etwas komplett anderes entgegensetzen wollen. Allgemein sind das Selbstbestimmung, freie Vereinbarung und Solidarität. Konkret bedeutet es, dass wir z.B. gerade Bildungskurse organisieren in denen wir selbst bestimmen was die Inhalte sind und voneinander und miteinander lernen, statt Noten und Module bestimmen zu lassen. Oder wir verteilen veganes Essen gegen Spende, um Kapitalismus und Klimawandel zu bekämpfen indem wir Solidarität und Ressourcenschonung vorleben.
Das wirkt wie vereinzeltes Handeln, aber wir sind und verstehen uns als Teil einer globalen Bewegung, die sich Anarchismus nennt. Weil wir Anarchist*innen glauben, dass Macht über Andere immer korrumpiert und jeder, der herrscht, vor allem versucht seine Macht zu erhalten, organisieren wir uns ohne Anführer*innen und Chefs. Außerdem lehnen wir Parteien und die Beteiligung an Wahlen ab, denn Freiheit heißt selbst über das eigene Leben zu bestimmen und nicht, dass Vertreter*innen dies tun. Wir wollen uns auch den Staat und seinen Zwangsapparat nicht zu eigen machen, denn zu Selbstbestimmung können Menschen nicht gezwungen werden. Falls du uns kennenzulernen und mit uns an einer revolutionären Änderung der Welt arbeiten willst, komm zum anarchistischen Kennlerntreffen an der Ruhr-Uni am 03.05 um 18.00 Uhr vor der Cafeteria von Gebäude GB. Es gibt veganen Kuchen.

Einladung 2: Kämpfe an die Uni tragen

Oft wirkt die Universität wie ein unpolitischer Raum, an dem nicht viel änderbar ist und keine Perspektiven für emanzipatorische Politik bestehen. Auch kritische Menschen sehen und haben oft wenig Ansatzpunkte um hier aktiv ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen anstatt sich für ein Berufsleben zurichten zu lassen.
Daher laden wir von der Schwarzen Ruhr-Uni auch dieses Semester wieder zu einem anarchistischen Kennlerntreffen, wo wir uns als Gruppe vorstellen und allen Interessent*innen an antiautoritärer Politik eine Möglichkeit bieten wollen sich auszutauschen und kennenzulernen. Wir möchten uns mit euch über Möglichkeiten austauschen, wie wir im Alltag und an der Uni Widerstand gegen die vielen Unterdrückungsformen, die überall reproduziert werden, leisten können: rassistische Hetze auf den Straßen und in den Parlamenten, die mörderischen Grenzregimes auf aller Welt, Sexismus und Queerfeindlichkeit, die tief in der Gesellschaft verankert sind, prekäre Lebenslagen von schlechtbezahlten und arbeitslosen Menschen…
Probleme gibt es also genug und auch die Uni bleibt hier keineswegs außen vor: Naturwissenschaften schaffen Wissen, Technik und Arbeitskräfte für Militär und Geheimdienste, Lehrämtler*innen müssen zwangsweise autoritäre und interessentötende Methoden lernen und anwenden, in den Geisteswissenschaften werden Herrschaftsmechanismen naturalisiert und legitimiert und die besten Arbeitsbedingungen bietet so eine Universität natürlich auch nicht. Daneben dann auch noch der ganze Stress mit Klausuren und Prüfungsleistungen, Studienverlaufsplänen und BaFöG… Doch auch Lernen geht besser, Wissenschaft kann kritisch sein und Arbeitskämpfe können auch hierhin getragen werden.
Ihr seht, es gibt viel zu tun und zu diskuteren. Wenn ihr also Lust auf kritische Auseinandersetzung und radikale Politik habt, kommt vorbei, tauscht euch aus, werdet aktiv; wir freuen uns auf euch.

Zeit: 03.05.17, 18:00 Uhr
Ort: Vor der Cafeteria in GB

Radikale Bildungskurse – Eine Welt selbstorganisierter Neugierde schaffen

Wir wollen eine vollkommen andere Welt schaffen, in der jede*r über sich selbst bestimmt: Dafür braucht es aber Wissen und die Fähigkeit, sich dieses ohne Zwang anzueignen. Staatliche und kapitalistische Schulen, Universitäten und Ausbildungstellen trainieren uns diese durch ihre Hierarchien, Vorgaben, Prüfungen und Noten ab. Anstatt, dass wir ein Angebot erhalten aus dem wir frei wählen, geben uns Autoritäten wie das Bildungsministerium, Lehrer*innen und Dozent*innen vor, was wir lernen sollen.
Das hat auch die Funktion Wissen zu kontrollieren, so sind viele freiheitliche Inhalte wie z.B. Revolutionen und Erfolge der Geschichte in Vergessenheit geraten. Wenn wir aber eine Welt ohne Kapitalismus, Staat, Patriarchat und jede andere Herrschaftsform anstreben, müssen wir aus der Geschichte lernen und uns ganz praktisch die Fähigkeiten aneignen, die uns selbst über unser Leben bestimmen lassen. Deshalb organisieren wir dieses Sommersemester Kurse zum selbstbestimmten Lernen. Diese sind offen für alle Menschen, ob sie an der Ruhr-Uni studieren oder nicht. Ein Auflistung der Kurse findet sich im Nachfolgenden. Falls dir ein Thema fehlt und du mithelfen willst, etwas zu organisieren, dann melde dich bei uns.

Lass uns mit neugierigen Lernen beginnen und die Welt radikal umgestalten!

Das Programm (mehr…)

Eine Welt der selbstorganisierten Neugierde schaffen – Aufruf zur Mitarbeit an radikalen Bildungskursen

Wir als Schwarze Ruhr-Uni arbeiten jetzt seit 2014 daran, anarchistische Inhalte an der Uni präsent zu machen und anarchistische Analysen zur Universität zu formulieren. Dabei gab es immer wieder Kritik daran, dass wir kaum Alterantiven aufbauen. Dies ist teilweise berechtigt, deshalb wollen wir gemeinsam mit anderen interessierten Menschen im kommenden Semester selbstorganisierte Bildungskurse anbieten. Um ein solches Angebot zu schaffen, rufen wir möglichst viele Menschen zur Beteiligung auf. Bei Interesse meldet euch bitte bis zum 10. April per Mail bei uns: schwarze-ruhr-uni(at)riseup.net (PGP-Sclüssel auf Anfrage). Hier ein paar Hintergründe zu unserer Idee und Überlegungen wie das Ganze aussehen kann:

Mehr als nur Vorträge – Für mehr Bildung in der anarchistischen/antiautoritären Bewegung

Die meiste gemeinschaftliche Bildung innerhalb anarchistischer und antiautoritärer Bewegung geschieht durch Vorträge und kurze Workshops, die meist nur über einige Stunden hinweg stattfinden. Einzig Lesekreise bilden hiervon eine Ausnahme. Sie beschränken sich aber auf ein bestimmtes Medium und eine bestimmte Form. Der Mangel an langfristiger, gemeinschaftlicher Bildung führt zu zahlreichen Problemen. Oft fehlt es an theoretischem Wissen, um gemeinsame Strategien für eine erfolgreiche revolutionäre Praxis zu entwickeln oder es fehlt an praktischen Fähigkeiten, um Strategien gemeinschaftlich umzusetzen.

“Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft“- Staatliche Bildung und der Mangel an revolutionärem Bewusstsein und Fähigkeiten

Die Kontrolle der Bildung durch den Staat hat verheerende Auswirkungen. Betrachteten wir die Geschichtsschreibung. In Schulen wird staatliche Geschichte gelehrt, die Erfolge und Ereignisse der antiautoritären Bewegungen nicht. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Vorstellungen vom “Sozialstaat”. Renten-, Kranken- und Unfallversicherung wurden nicht eingeführt, weil der Staat an sich “sozial” ist, sondern um der Bedrohung durch radikale Arbeiter*innen entgegenzuwirken: „„Mein Gedanke war, die arbeitenden Klassen zu gewinnen, oder soll ich sagen zu bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen, die ihretwegen besteht und für ihr Wohl sorgen möchte“ – Otto von Bismarck. Tatsächlich gab es vor deren Einführungen schon selbstorganisierte Hilfe unter Arbeiter*innen. Unser mangelndes historisches Bewusstsein führt hier zur Verklärung des Staates. Wir wissen nicht mehr, was einmal passiert ist und damit auch wieder möglich sein kann. Auch die Mittel vergangener Aufstände und Umbrüche kennen wir kaum und können uns nicht damit auseinandersetzen, welche davon in unserer Situation auch nützlich sein könnten. Insbesondere staatliche Schulen verbreiten Wissen, das den Widerstand gegen den Staat unsichtbar macht und uns nicht jene Fähigkeiten lehrt, die wir für ein selbstbestimmtes Leben brauchen. (Mehr zu unserer Analyse staatlicher und kapitalistischer Bildungsinstutionen hier) Vor der Revolution in Spanien gab es dort kein flächendeckendes staatliches Schulsystem und Anarchist*innen organsierten zahlreiche eigene Schulen, die massiv zur Bildung der anarchistischen Bewegung und ihrem Erstarken beitrugen. George Orwell schrieb in seinem Buch 1984 (das sowohl auf den autoritären Kommunismus als auch auf die parlamentarische Demokratie anspielt) passend dazu: “Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft: wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.”

Lernen, selbstbestimmt zu lernen

Der Staat kontrolliert nicht nur, welches Wissen wir erlernen, sondern auch wie wir lernen. Er erzieht uns den eigenständigen Wunsch nach Bildung ab, indem er uns vorgibt, was wir lernen sollen und dürfen. Autoritäten entscheiden, was wir uns aneignen sollen, weigern wir uns, werden wir bestraft. So entfremden wir uns von unserer eigenen Neugier und verlernen, uns selbst Dinge beizubringen und uns mit Wissen zu bereichern.
Unsere Bildungskurse haben daher nicht nur das Ziel, konkretes Wissen zu verbreiten, sondern sie sollen helfen, dass wir wieder Spaß am Lernen entwickeln und in der Lage sind, uns eigenständig Wissen zu beschaffen. Selbstbestimmt und eigenständig lernen zu können, ist deshalb so wichtig, weil informelle Hierarchien sich oft aus einer Wissensungleichheit zwischen Menschen ergeben. Es wäre unsinnig, zu glauben, jede*r einzelne könnte sich das gesamte Wissen der Welt aneignen, aber jede*r einzelne sollte in der Lage sein, sich das nötige Wissen für das eigene Leben und für Entscheidungen, die ihn*sie betreffen, anzueignen. Wenn Wissensungleicheiten relativ schnell ausgleichbar sind, schaffen sie keine langfristigen Hierarchien mehr.

Kein Bildungsautoritäten – gegen die Trennung Lehrende und Lernende

Es gibt aber keine abschließend feststellbare Wahrheit, sondern nur vorübergehende Erkenntnisse.¹ Diese Erkenntnisse setzten dauerhaften, anhaltenden Austausch und Kritik zwischen Gleichwertigen voraus. Die Aufteilung in Lehrende und Lernende, Dozent*in und Studierende, Lehrer*in und Schüler*innen oder Ausbilder*in und Auszubildende setzt immer voraus, dass die eine Gruppe und ihr Wissen einen höheren und weniger hinterfragbaren Status hat. Diese drückt sich z.B. in ihrer Kontrolle der „Richtigkeit von Wissen“ – wie zum Beispiel Prüfungen aus. (Selbst-)Kritik wird so oft verhindert und lernen findet nur noch passiv statt. Bei unseren Kursen wollen wir daher nicht, dass es ein solche Trennung gibt. Wenn Menschen einen Input vorbereiten mit Ideen, wie der Kurs aussehen könnte, halten wir dies für nützlich, jedoch ist unsere Vorstellung, dass sich die Menschen am Anfang und auch immer wieder während eines Kurses zusammensetzen und ihn gemeinsam planen und gestalten.

Vielfalt der Methoden – Gegen die Trennung von Theorie und Praxis

Eine der Schwächen vieler radikaler Bildungsangebote ist die Trennung von Theorie und Praxis. Sie führt entweder zu einem unreflektierten und ungeplanten Handeln (Praxis ohne Theorie) oder zur Abschottung in Elfenbeintürmen und Realitätsverlust. Insbesondere reine Theoriearbeit ist auch leicht in das demokratische Konzept von Meinungsfreiheit (mensch darf alles sagen, solange es ohne Konsequenzen bleibt und nicht umgesetzt wird) integrierbar und schafft so ein vorgegaukeltes Selbstbestimmungsgefühl.
In einigen Fällen ist diese Trennung auch nicht zu verhindern, aber oft liegt es an fehlender Kreativität und Auseinandersetzung damit, wie diese zu verändern sind. Uns ist es wichtig, diese Trennung bei unseren Kursen, wenn möglich, zu überwinden, weil sie uns vom selbstbestimmten Lernen entfremdet, da wir die praktischen Veränderungen durch Anwendung unseres Wissens nicht erleben. Ein Beispiel wie diese Vereinigung von Theorie und Praxis aussehen könnte, wäre zum Beispiel ein Guerilla Gardening Kurs, der immer wieder die Stadt verschönern geht oder ein Kurs zu Revolutionen und Aufständen, der als Exkursion zu den Aktionen gegen G20 nach Hamburg fährt. Auch wollen wir versuchen, Menschen darin zu unterstützen, andere Methoden zum Lernen zu nutzen als die klassischen Formen wie frontale Vorträge, Texte lesen und zusammenfassen oder Texte schreiben.

Gegen den Elfenbeinturm – Bildung nicht nur in der Uni stattfinden lassen.

Eine andere Art von Elfenbeinturm ist die Universität. Viele Menschen werden durch die gesellschaftliche Mystifizierung als Ort des „wirklichen Wissens“ abgeschreckt an Veranstaltungen dort teilzunehmen. Außerdem möchten wir Bildung nicht an einen abgesonderten zentralen Ort festhalten, sondern viele dezentrale Orte des sich Bildens und Lernens schaffen, die gleichwertig nebeneinander stehen, auch um zu verhindern, dass Akademiker*innen auf Grund ihres vermeintlich höherwertigen Wissens weiterhin als Autoritäten gelten. Wir wollen die Kurse deshalb sowohl an der Uni stattfinden lassen als auch außerhalb (Infrastruktur dafür steht zur Verfügung). Die einzige räumliche Beschränkung ist, dass sie im Ruhrgebiet staattfinden sollten, damit wir sie sinnvoll bewerben können. Es gibt auch die Idee, neben wöchentlichen Kursen, Kurse über ein Wochenende zu organisieren, insbesondere, um Menschen die lohnarbeiten die Teilnahme zu ermöglichen. Auch Kinderbetreuung ist für solche Kurse denkbar.

Die Befreiung des Wissen ist eure Entscheidung – wir brauchen euch

Wie groß dieses Projekt wird, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Menschen Kurse organisieren möchten. Wir werden selber bei der Organiserung von 1-2 Kursen mithelfen, ob es darüber hinaus ein Angebot geben wird, hängt von euch ab. Wenn ihr ein Thema habt, zu dem ihr euch zusammen mit anderen Menschen auseinandersetzen möchtet, schreibt uns bitte bis zum 10.04.2017 an folgende E-Mailadresse: schwarze-ruhr-uni(at)riseup.net
Wichtig ist dabei, dass es um längfristiges Lernen gehen soll und die Verknüpfung von theoretischem Wissen mit praktischen Überlegngen zur bzw. der konkreten Umsetzung. Dabei spielt es kein Rolle, wie viel ihr schon über dieses Thema wisst, sondern dass ihr mehr darüber lernen möchtet. Auch thematische Beschränkungen gibt es nicht. Die Organisation von Gemeinschaftsgärten, anarchistischer Stadteilarbeit, Direkter Aktionen gegen Klausuren, Geschichte der Hausbesetzer*innenbewegungen, Unterdrückung von A-Sexuellen oder Emma Goldmanns Werke sind als Themen genauso möglich wie die Herstellung von veganem Eis, Blockadetrainings, selbstorgansierter Gesundheitsversorung und vielem mehr…
Allerdings werden wir keine Bildung unterstützen, die sich positiv auf Herrschaft bezieht und z.B. Staaten, Patriarchat oder Kapitalismus als notwendig darstellt. Und Kurse mit stark illegalisierten Wissen z.B. im Bereich Militanz oder Umgehung staatlicher Kontrolldokumente werden wir aus Sicherheitsgründen nicht anbieten können.
Lasst uns gemeinsam mit der Rebellion gegen die staatliche und kapitalistische Kontrolle des Wissens beginnen und eine Welt der selbstorgansierten Neugierde schaffen!

Fußnote

¹ Dennoch gib es für den Alltag erst mal nützliche und relativ feste Erkenntnisse z.B., dass Pockimpfungen sinnvoll sind und dass es keine Echsenmenschen gibt.