Archiv für Januar 2017

28.01: Dating- und Kennenlerntresen mit Vortrag zur Feindlichkeit gegenüber nicht-monosexuellen Menschen

Wir wollen Euch hier auf einen interessanten Vortrag hinweisen:

Der nächste anarchistisch-queere Dating- und Kennenlerntresen am 28.01 im Sozialen Zentrum (Josephstr. 2 Bochum) um 18.00 Uhr findet diesmal mit einem Vortrag über die Feindlichkeit gegenüber nicht-monosexuellen Menschen statt. Bitte beachtet, dass der Tresen wie immer drogenfrei ist Wir haben auch noch mal unser Bändchensystem überarbeitet. Hier der Ankündigunstext des Vortrages:

„Entscheide dich endlich!“ oder „Bisexuelle gibt es doch gar nicht“ – Die Erfahrung von Feindlichkeit und Unsichtbarkeit ist eine welche viele nicht-monosexuelle Menschen teilen. Nicht-monosexuell sind alle Menschen, die nicht „nur“ ein „Geschlecht“ anziehend finden. Diskriminierung ihnen gegenüber findet nicht allein von Heterosexuellen statt, auch Lesben und Schwule grenzen sie oft aus. Das hat zu Folge das Bi-, Pan- und Queermenschen in vielen Ländern sich häufiger das Leben nehmen, mehr psychische Probleme haben, häufiger sexualisierter Gewalt ausgesetzt und auch ärmer sind als Lesben und Schwule.

Der Vortrag setzt sich teilweise aus persönlicher Perspektive mit den gesellschaftlichen Zusammenhängen dahinter auseinander. Dabei werden unter anderem folgende Fragen gestellt. Welche Formen hat die Feindlichkeit- und Unsichtbarmachung von nicht-monosexuellen Menschen? Wie unterscheiden sich die Diskriminierungserfahrungen von nicht-monosexuellen „Frauen“ und „Männern“? Warum ist eigentlich Sex zwischen zwei “Frauen” und einem “Mann” gesellschaftlich viel akzeptierter und präsenter als Sex zwischen einer „Frau“ und zwei „Männern“? Wie hängt Unterdrückung von nicht-monosexuellen Menschen
mit anderen Formen von Herrschaft und Unterdrückung z.B Sexismus, Patriarchat zusammen? Was können wir gegen ihre Diskriminierung tun?

Nach dem Vortrag gegen wird es eine offen Diskussion geben, um sich weiter über das Thema auszutauschen. Der Vortrag wird von Twark Main gehalten.

Quelle

Dortmund: Diesen Montag 23.01. Nazis im Hafenviertel!

Die Dortmunder Nazis machen mal wieder gegen unsere Genoss*innen vom anarchistischen Zentrum Black Pigeon mobil:

Diesen Montag, 23.01.2017 planen die Dortmunder Nazis von der Partei „ Die Rechte“ von 20‑22 Uhr eine Kundgebung in der Scharnhorststraße (vor der Hausnummer 44).
Diese richtet sich erneut gegen das anarchistische Buch- und Kulturzentrum Black Pigeon und wie immer, auch gegen alle, die nicht in ihr menschenfeindliches Weltbild passen.
Anlass der Kundgebung ist vermutlich die Informationsveranstaltung der Antifa Bulgaria, über „die deutsche und internationale Naziszene in Bulgarien – Der Lukov-Marsch im Februar in Sofia“, die im Zentrum ab 19 Uhr stattfinden wird. Wenn ihr euch näher über Nazi-Aktivitäten in Deutschland und Bulgarien informieren möchtet, kommt zum Vortrag.

Ab 18 Uhr findet eine Kundgebung gegen die Dortmunder Nazis vor dem Black Pigeon statt, der ihr euch gerne anschließen könnt.

Nach dem Einschüchterungsversuch bei dem Gründungstreffen der anarchistischen Hochschulgruppe Dortmund am 10.01. verstehen wir die Kundgebung als erneuten Angriff auf die anarchistische und antifaschistische Bewegung in Dortmund. Wir werden in unserer Aufbau-Arbeit nicht nachlassen und den Kampf für eine herrschaftsfreie Gesellschaft intensivieren. Also kommt am Montag zum Black Pigeon!
Wir überlassen den Nazis nicht das Viertel, gemeinsam können wir Stück für Stück eine solidarische Nachbarschaft aufbauen sowie den Faschist*innen entgegentreten.

Aufruf zur Solidarität mit der anarchistischen Hochschulgruppe Dortmund

Demonstrieren, Organisieren, den Kampf ausweiten!

Nazis bedrohen anarchistische Hochschulgruppe

Am Dienstag (10.01) fand an der Technischen Universität(TU) Dortmund ein Gründungstreffen für eine anarchistische Hochschulgruppe statt. Etwa 50 Nazis versuchten, dieses Treffen zu verhindern. Sie positionierten sich vor dem Gebäude, in dem das Treffen stattfinden sollte und fragten Menschen aus, ob sie zu dem Treffen wollen würden. Eine Gruppe von Menschen kesselten sie kurzzeitig ein und bedrohten sie verbal.
Die Reaktion der von der Uni gerufenen Polizei war verhalten. Statt der Nazis kontrollierte sie anfangs einige Menschen, die sich vor diesen ins Gebäude zurückgezogen hatten. Erst nach einer guten Stunden traf Verstärkung ein, die die Nazis schließlich vom Campus vertrieb. Trotz der Widrigkeiten fand das Gründungstreffen sehr erfolgreich statt. Ein ausführlichen Bericht von Menschen, die vor Ort waren, findet ihr hier.

Anarchistische Entwicklungen in Dortmund

Es ist kein Zufall, dass die Dortmunder Naziszene ein so großes Bedrohungspotential auffährt, um die Gründung einer anarchistischen Hochschulgruppe zu verhindern. Bereits bei der Gründung des anarchistischen Zentrums Black Pigeon führte sie eine Kampagne mit eingeschmissenen Scheiben und Kundgebungen durch.
Eine starke anarchistische Bewegung, die sich langsam in Dortmund entwickelt, ist eine Bedrohung für die Kontrollansprüche der Nazis über die Stadt. Außerdem liegt die Uni in der Nähe des von zahlreichen Nazis bewohnten Stadteils Dorstfeld und einige Dortmunder Nazis studieren auch an der TU. Erfolgreiche anarchistische Aktivitäten an der stark entpolitisierten Hochschule haben das Potential, den Nazis das Leben schwerer zu machen.

Anarchismus als Alternative zu Nationalismus und Faschismus

Nicht nur in Dortmund kommt es in letzter Zeit vermehrt zu rechter Gewalt, sondern Nationalismus und Faschismus sind überall auf dem Vormarsch. In Deutschland täuscht die “Alternative für Deutschland” vor, eine Lösung der gesellschaftlichen Probleme zu bieten und nicht Teil des etablierten Systems zu sein. Nicht nur ihr Rassismus bringt viele Menschen dazu, die AfD zu wählen, sondern auch Probleme wie wachsende Armut, der für viele unerträglich werdende Leistungsdruck, die Enttäuschungen durch Parteien oder die Streichungen der staatlich angeeigneten Sozialaufgaben.
Mit der klaren Haltung gegen Parteien und Parlamentarismus sowie der Ablehnung des Kapitalismus können Anarchist*innen, dieselben Probleme aufgreifen und das im Gegensatz zu Parteien aus einer authentischen Position außerhalb des Establishments. Solidarische selbstorganisierte Strukturen haben das Potential, Menschen zu zeigen, dass freiheitliche Antworten möglich sind. Eine starke anarchistische Bewegung wäre also insgesamt eine Bedrohung für alle Feind*innen der Freiheit.

Freiheitlicher Antifaschismus heißt, den Kampf an die Uni zu tragen

An den Universitäten werden auch Ideen gelehrt, die ein Bestandteil der Weltbilder von Faschismus und auch von Demokratie sind. Dort wird theoretisiert, warum es angeblich einen Staat, Nationen, Hierarchien und Grenzen – Herrschaft allgemein geben muss. Menschen, die an ihnen ausgebildet werden, spielen auch eine Rolle bei der Verbreitung dieser Ideen in der restlichen Gesellschaft. Ein freiheitlicher Antifaschismus heißt, diese Ideen an der Uni anzugreifen. Anarchistische Strukturen an Universitäten bieten die Möglichkeit, genau dies zu tun.

Solidarität muss praktisch werden

Wir rufen daher zu Solidarität mit den Genoss*innen der Hochschulgruppe auf. Ein erster Schritt hierfür ist es, zur Kundgebung „Campus nazifrei – für ein Leben, Lieben und Lernen in Freiheit!“ am 13.01.17 ab 15.30 Uhr zum Martin-Schmeißer-Platz an der Uni Dortmund zu kommen. Achtet bitte bei der Anreise auf eure Sicherheit. Doch natürlich ist die Kundgebung weder ausreichend, noch die einzige Möglichkeit, aktiv zu werden. Der langfristige Kampf gegen Faschismus und Herrschaft an sich ist genauso wichtig, deshalb organisiert euch in der anarchistischen Hochschulegruppe Dortmund (deren vorübergehende E-Mailadresse lautet: ahog100@web.de) oder in einer anderen anarchistischen oder antiautoritären Gruppe oder einem Projekt in eurer Nähe. Wenn ihr keine finden solltet, schreibt uns. Wir können praktische Hilfe beim Aufbau von Strukturen leisten: schwarze-ruhr-uni@riseup.net.
Nehmen wir den Kampf an den Hochschulen auf! Schaffen wir eine Bewegung, die überall in der Gesellschaft den Institutionen und Weltbildern der Unterdrückung zur Bedrohung wird. Unsere Solidarität ist kein Selbstzweck, sondern unser gemeinsamer Weg zur Freiheit.

Wenn ihr diesen Aufruf unterstützen wollt, teilt ihn nach Belieben und setzt euren Gruppennamen mit darunter.

Do: 50 Nazis versuchen anarchistisches Organisierungstreffen an der Uni zu verhindern – ohne Erfolg – Kundgebung am Freitag!

In Dortmund wird gerade versucht eine anarchistische Hochschulgruppe aufzubauen, die Teilnehmer*innen des Gründungstreffens wurden von Nazis massiv bedroht. Hier der Bericht einiger Menschen, welche am Treffen teilgenommen haben:


Nazis auf dem Campus

Am 10. 1. 2017 wurde zu einem offenen anarchistischen Organisierungstreffen an der TU Dortmund aufgerufen. Im Aufruf zum Treffen ging es darum, eine autonome Initiative zur Verbreitung von anarchistischen Ideen und Praxen an der TU Dortmund und der Fachhochschule Dortmund zu gründen. Wir wollen eine selbstorganisierte Plattform bieten, auf der anarchistische Projekte für ein besseres Hochschulleben und -studium realisiert werden können.

Am Abend des Treffens fanden sich am Treffpunkt und über den Campus verteilt circa 50 Nazis ein. Sie waren gekommen um das Treffen zu verhindern, Interessierte einzuschüchtern und die Ausbreitung der anarchistischen Idee zu unterbinden. Gezielt sprachen sie Einzelne die zum Treffen wollten an, und Einige versuchten sich als Initiatoren des Treffens auszugeben. An dieser Stelle einen großen Dank an Menschen vom Asta, die auf dem Campus dafür sorgten, dass niemand darauf hereinfiel. Nazis versuchten auch körperlich Teilnehmer*innen des Treffens einzuschüchtern; mit Quarzsandhandschuhen und Glasflaschen bauten sie sich vor ihnen auf und ließen Sprüche wie „Guck auf den Boden“ fallen. In einem Fall wurde eine Gruppe, die am Treffen teilnehmen wollte, kurzeitig von Nazis eingezirkelt. Außerdem verteilten sie nach eigenen Angaben Flugblätter auf dem Campus. Natürlich waren zahlreiche der üblichen Nazifressen wie Christoph Drewer, Michael Brück, Steven Feldmann oder Dietrich Surrmann dabei. Studierende riefen recht früh die Polizei aufgrund der Bedrohungssituation. Zu Beginn des Polizei Einsatzes kamen zuerst 2 Polizisten in Zivil und später 2 Polizisten in Uniform diese griffen den gesamten Zeitraum der Bedrohungssituation nicht in das Geschehen ein, stattdessen wurden einzelne Genoss*innen im EF50 von Polizisten kontrolliert. Erst nachdem wir unser Treffen begonnen hatten, kam die Polizei mit einem größeren Aufgebot und erteilte den Faschisten Platzverweise. Wir erwarten nicht von den Bullen das sie uns beschützen, fanden es aber dennoch spannend das sie trotz offensichtlicher Bedrohung die von den Nazis ausging zuerst lediglich uns kontrollierten und sich die übrige Zeit im Pförtnerhäuschen versteckten. Das Sicherheitspersonal hingegen verhielt sich übrigens solidarisch zu uns und wurde auch teilweise von den Nazis aufgrund von vermeintlichem Migrationshintergrund angefeindet.

Trotz dieser Hürden hat das Treffen erfolgreich stattgefunden, allerdings wurden einzelne Interessierte abgeschreckt, da zunächst nicht absehbar war, dass das Treffen stadtfinden würde. Teilweise wurden Interessierte durch das Naziaufgebot zu Kleinstgruppen isoliert wodurch sie sich nicht frei bewegen konnten, um die anderen zu finden. Uns ist zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, ob es körperliche Übergriffe gab.

Nachdem wir uns sicher waren das alle Interessierten, die zu diesem Zeitpunkt noch da waren, zu uns gestoßen waren suchten wir uns wie geplant einen Raum um unser Treffen ab zu halten. Das heißt wir mussten aufgrund der Naziaktion nicht Räumlich ausweichen sondern wir hatten niemals geplant das Treffen an sich vor dem EF50 zu veranstalten.

Nachdem wir einen Raum gefunden hatten, begannen wir das Treffen mit einer Reflektion zu den Nazivorkommnissen, tauschten uns über unsere Vorstellungen zur anarchistischen Hochschulgruppe aus und schmiedeten die ersten Pläne für weitere Treffen und Aktionen. Natürlich hat uns die Nazibedrohung mitgenommen, aber das gesamte Treffen war von einer großen positiven Dynamik geprägt. Es ist überdeutlich geworden das der Uni in Dortmund eine anarchistische Hochschulgruppe fehlt und viele sich über die Initiative gefreut haben. Wir werden der Entpolitisierung der Uni entgegenwirken, dazu beitragen, dass die Uni nicht mehr nur länger ein Ort der Selektion und Zurichtung auf das Arbeitsleben ist und davon lassen wir uns auch von faschistischen Banden nicht abbringen!
Wir wollen an dieser Stelle nochmal verdeutlichen das selbst in Zeiten des allgemeinem Rechtsrucks und der täglichen Übergriffe auf Geflüchtete und Linke in Deutschland, es ein absolutes Novum darstellt das bis zu 50 überwiegend nicht studierende Nazis auf dem Campus Studierende massiv bedrohen.
Das muss Folgen haben! Wir Studierende müssen dafür sorgen das Nazis und rechte Gewalt auf dem Campus keinen Platz mehr haben. Was soll noch passieren? Wir haben gesehen das wir uns nicht auf die Polizei verlassen können und nur die gegenseitige Hilfe und Organisierung von unten, unsere eigene Sicherheit gewährleisten und dem Rechtsruck entgegenwirken kann.

Deshalb kommt zur Kundgebung „Campus Nazifrei – für ein Leben, Lieben und Lernen in Freiheit!“ am Freitag den 13.01.17 ab 15.30 Uhr zum Martin-Schmeißer-Platz an der Uni Dortmund und organisiert euch in der anarchistischen Hochschulgruppe Dortmund!

Einige Anarchist*innen welche am Treffen teilgenommen haben

Quelle


Die Bullen verkriechen sich im Pförtnerhäuschen