Archiv für Oktober 2016

Anarchistisches Kennenlerntreffen

Die Katastrophe ist unsere Gesellschaft

Oft kommt es einem in diesen Tagen so vor als ob wir uns auf eine einzige große Katastrophe zu bewegen: Klimawandel, das Erstarken faschistischer Bewegungen wie der AfD, die Morde an den europäischen Grenzen, wachsende Armut, der Druck von Prüfungen und die Konkurrenz an der Uni, die Kontrolle von Forschung durch staatliche und kapitalistische Interessen, die Tristesse und der Zwang der Lohnarbeit, die Vereinsamung und der Mangel an intensiven & solidarischen Beziehungen. Die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen.
Das Ganze wird garniert mit den immer selben leeren Phrasen der Politik, dem hohlen Begriff der „Demokratie“ und der Vorstellung alles sei alternativlos. Doch für uns ist dies nicht alternativlos. Wir können uns ein besseres Zusammenleben vorstellen in dem unsere Bedürfnis zählen und wir selber über unsere Leben bestimmen ohne Herrschaft, Unter- und Überordnung von Menschen.

Aus der Vereinzelung ausbrechen – gemeinsam den Widerstand beginnen

Du hast Lust andere freiheitlich gesinnte Menschen an der Ruhr-Uni und in Bochum kennenzulernen? In unserer Gesellschaft sind wir mit unseren freiheitlichen Einstellungen oft vereinzelt. Lass uns gemeinsam aus dieser Vereinzelung ausbrechen, denn gegenseitige Solidarität ist wichtig, um den Verhältnissen etwas entgegenzusetzen. Komme zum anarchistischen Kennenlerntreffen an der Ruhr-Uni am 8.11. um 18.00 Uhr vor der Cafeteria von Gebäude GB.

Dabei ist es völlig egal ob Du Student*in, Dozent*in, Mitarbeiter*in oder ein Mensch bist die*der gar nicht an der Uni (lohn-)arbeitet oder studiert. Lasst uns zusammen an der Überwindung von Staat, Kapitalismus, Patriarchat und allen anderen Formen von Herrschaft arbeiten!
Reden wir darüber wie unsere Vorstellungen von Widerstand aussehen und machen wir uns Gedanken darüber, was wir in Zukunft und gemeinsam tun können. Des Weiteren wollen wir unsere nächste Küche für Alle planen. Auf dem Treffen wird auch der neue Plenumstermin der schwarzen Ruhr-Uni festgelegt werden. Es gibt veganen Kuchen und heiße Getränke.

Hamburg: Für ein Leben und Lernen in Freiheit – Anarchistisches Organisierungstreffen für Hochschulen

Universitäten sind kein Ort freier Bildung. All jene, die dort forschen, lohnarbeiten und-/oder studieren, sind permanenten Zwängen unterworfen. In den Geisteswissenschaften gibt es bestimmte Dogmen, die nicht wirklich hinterfragbar sind, z.B. dass nicht gegen den Staat geforscht werden darf. In den Natur- und Ingenieurswissenschaften dient die Forschung vor allem kapitalistischen oder den Überwachungs-, Repressions- und Militärinteressen des Staates.
Gleichzeitig müssen Prüfungen abgelegt und Abschlüsse gemacht werden, was alle Studierenden zu Konkurrenz, Anpassung und Unterordnung zwingt. Auch nicht zu vergessen sind die zahlreichen Menschen, die nicht als Wissenschaftler*innen gelten, durch ihre teilweise sehr gering bezahlte Arbeit aber erst die Arbeit der Uni ermöglichen. Staatliche oder kapitalistische Universitäten werden nie freie Bildung, Forschung und Selbstbestimmung zulassen oder allerhöchstens in dem Ausmaß, wie sie ihnen nicht gefährlich wird. (mehr…)

Alternativer Ersti-Rundgang und Alternative Semesterstartparty

Wie jedes Semester veranstaltet die schwarze Ruhr-Uni, diesmal zusammen mit den Gruppen Glitzer&Krawall, dem anarchistischen Buch- und Kulturzentrum Black Pigeon und der FAU-Ruhr-Ost, am Donnerstag den 27.10. einen Ersti-Rundgang und eine Semesterstartparty.

Alternativer Ersti-Rundgang
Wir zeigen euch spannende Ecken des Campus – Orte wie das politische Archive, den Frauen*raum
Dazu gibt es Anekdoten aus den Bildungsprotesten und zum rebellischen Leben und Lernen an der RUB. Außerdem wird die Frage beantwortet: Kommt mensch nach 21 Uhr eigentlich irgendwie in die Unigebäude rein? Los geht’s um 18 Uhr an der Uni-Verwaltung. Eine Rundgang nicht nur für Menschen im ersten Semester.

Alternative Semesterstart-Party
Ab 20 Uhr wird vorm oder im Gebäude HGB gefeiert – ungenehmigt und unkommerziell. Es gibt Bier für 1 Euro und auch günstige nicht-alkoholische Getränke sowie veganes Essen gegen Spende. Dazu Trash und Elektro. An Infoständen könnt ihr auch verschiedene linke und anarchistische Gruppen an der Uni und in Bochum kennenlernen. Da die Polizei dieses Jahr v.a. bei Anti-Nazi-Protesten in Bochum mal wieder ihre Aufgabe sachgemäß und vernünftig erfüllt hat – nämlich das staatliche Gewaltmonopol zu schützen und daher vielen Antifaschist*innen ein Verfahren droht, steht die diesjährige Party unter dem Motto „Feiern gegen Repression“ und die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf fließen größtenteils in Antirepressionskasssen. Grund für das Motto ist auch die Räumung der letzten Party. Für diese hat die Uni sich inzwischen entschuldigt und wir hoffen dieses Jahr bleibt alles entspannt.

Lesekreis – „Tier-Werden, Schwarz-Werden, Frau-Werden – eine Einführung in die politische Philosophie des Poststrukturalismus“

Wir möchten Euch den Lesekreis einer befreundeten Gruppe – Glitzer&Krawall vorstellen:

Zur Zeit veranstalten wir einen offenen Lesekreis zu „Tier-Werden, Schwarz-Werden, Frau-Werden – eine Einführung in die politische Philosophie des Poststrukturalismus“ von Gabriel Kuhn. Wir treffen uns alle 2 Wochen montags im Bahnhof Langendreer (Raum 6, dafür müsst ihr beim Endstation.Kino reingehen), um uns über das Gelesene auszutauschen. Quereinsteigen ist durchaus noch möglich; es ist förderlich, wenn ihr das Buch bis zur jeweils unten angegebenen Stelle gelesen habt. Wir freuen uns auf euch!

Nächster Termin
Montag, 10. Oktober, 19 Uhr.
Wir besprechen die Kapitel „II.2.4 Das autonome Subjekt“ bis einschließlich „Anhang: Zur Psychoanalyse“ (S.36-56)

„Diese Lektüre richtet sich in politischer Absicht vor allem an Aktivist/innen und Wissenschaftler/innen in linken und linksradikalen Zusammenhängen. Es sieht sich als Handbuch, das Hilfestellung leisten will zum Verständnis poststrukturalistischer Theorienbildung und ihrer revolutionären Potentiale, sowie zur Entfaltung eigener revolutionärer Theorie und Praxis.

Das Buch ist wesentlich darum bemüht, das oft als schwer zugänglich beschriebene poststrukturalistische Theoriengebäude zugänglicher zu machen, ohne es dabei zu trivialisieren. Einer spezifischeren Auseinandersetzung mit den explizit politischen Dimensionen poststrukturalistischen Denkens ist eine Auseinandersetzung mit seinen allgemeineren theoretischen Grundlagen vorangestellt. Die Einführung eignet sich so für alle, die an poststrukturalistischer Theorie Interesse pflegen und nach einer Einstiegshilfe in poststrukturalistische Theorienbildung suchen.“

Begriffe wie Lesart, Dekonstruktion oder diskursiv erzeugt schweben nur allzu oft im politischen Raum und werden dabei kaum erläutert. Es scheint vielmehr ein inflationärer Gebrauch poststrukturalistischer Phrasen stattzufinden, ohne dass eins sich so richtig damit beschäftigt zu haben scheint.
Vertreter*Innen des Poststrukutalismus, als sozial- und geisteswissenschaftliche Strömung, haben diese Begriffe für sich nutzbar gemacht und in ihr Theoriegebilde eingebaut.
Wir möchten in unserem Lesekreis der Theoriefindung ein wenig auf den Grund gehen, uns über unsere Lesart austauschen und vielleicht entdecken wir dabei auch, dass Sprache ja wirklich manchmal sowas wie Realität schafft.

Mehr von der Gruppe findet Ihr hier.

Stadt für Alle selber machen! Ein anarchistischer Aufruf zum Stadtrundgang am 8. Oktober in Bochum

Verschiedene Gruppen rufen unter dem Motto „Hier könnte… eine Stadt für Alle sein“ zu einem Rundgang zum Thema Wohnen, Leerstand und solidarische Stadt am 8.10. auf.
Während Gebäude leerstehen, die nutzbar gemacht werden könnten, herrscht gleichzeitig ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum und Geflüchtete müssen in abgeschiedenen Lagern wohnen. Wir wollen uns nicht gegeneinander ausspielen lassen, sondern eine solidarische Stadt mit Wohnraum für Alle erkämpfen. Doch es geht nicht nur um Wohnraum, sondern auch um Räume für selbstverwaltete und allen zugängliche, unkommerzielle Kultur, an denen in Bochum ein Mangel herrscht. Beim Rundgang sollen leerstehende Gebäude besucht werden, die für diese unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten stehen.

Uns die Stadt nicht weiter stehlen lassen – Wie machen wir diese Gebäude nutzbar?

Für die Eigentümer*innen der leerstehenden Gebäude ist es nicht rentabel, sie zu einer Nutzung, die in unserem Sinne wäre, zur Verfügung zu stellen. Auch die Stadt unternimmt nichts dafür, da für sie doch in erster Linie der Wirtschaftsstandort zählt. Eine Stadt für Alle können wir also nur selber machen. In Griechenland haben Anarchist*innen ganze Hotels besetzt und diese in selbstverwaltete Geflüchtetenunterkünfte umgewandelt. Auch in einigen Städten in Deutschland gab es Hausbesetzungen und Bestrebungen soziale Zentren zu schaffen. Mit Besetzungen können wir Gebäude direkt und selbstbestimmt einer Nutzung zuführen.

Eigentum und Herrschaft in Frage stellen

Was ist das für eine Welt, in der Häuser leerstehen und wir nicht einfach in diese einziehen und sie nutzbar machen dürfen? Es ist eine Welt, in der Eigentumsrechte gelten nicht das Bedürfnis nach Wohnraum. Es ist eine Welt, die durchzogen ist von Herrschaft. Der Staat schützt das Eigentumsrecht. Wenn wir Häuser besetzen, ist meist ganz schnell seine Polizei da, die uns wieder räumt (auch wenn dies zum Glück nicht immer gelingt).

Wir werden eine Stadt für Alle also gegen Kapitalinteressen und gegen den Staat und seine Polizei durchsetzen müssen. Zuerst wollen wir uns mit anderen Menschen vernetzen, die den Leerstand unerträglich finden und Öffentlichkeit für das Ziel nach einer Stadt für Alle und unsere anarchistischen Perspektiven darauf schaffen. Dafür ist der Stadtrundgang ein guter Anfang.
Kommt deshalb am Samstag, den 8. Oktober, um 12 Uhr zum Jahrhunderthaus (Alleestraße 80).
Darüber hinaus gilt: Stadt für Alle selber machen!