Archiv für August 2016

Film: PROJEKT A – EINE REISE ZU ANARCHISTISCHEN PROJEKTEN IN EUROPA wird in Bochum gezeigt.

Am 7. September zeigt Endstation.Kino im Rahmen der Reihe Kino Global den Film „Projekt A – eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa“ Los geht’s um 19.00 im Bahnhof Langendreer (Bochum).
Als Gästin ist Hanna Poddig, eine bekannte Anti-Atom-Aktivist*in und Übersetzerin von Texten des anarchistische Crimethinc-Kollektivs eingeladen. Die schwarze Ruhr-Uni wird mit einem Infotisch anwesend sein und wir freuen uns eure möglichen Fragen zu beantworten. Der Eintritt beträgt 7,50 € bzw. 6,50 € ermäßigt.

Mehr über den Film:

Ein Dokumentarfilm über die politische Idee der Anarchie und ihre konkrete Umsetzung in sehr unterschiedlichen Projekten: Auf einer spannenden Reise durch Europa besuchen die Dokumentarfilmer Marcel Seehuber & Moritz Springer u.a. das „Internationale Anarchistische Treffen“ in St. Imier in der Schweiz (mit 3000 Teilnehmern), die Anti-Atom-Aktivistin Hanna Poddig, die anarchosyndikalistische Gewerkschaft „Confederación General del Trabajo“ in Barcelona, den besetzten und zum öffentlichen Park umfunktionierten Parkplatz „Parko Narvarinou“ in Athen und das in München sehr erfolgreiche „Kartoffelkombinat“. Protagonisten einer sehr vielfältigen, anarchistisch inspirierten Szene kommen zu Wort.

Der Dokumentarfilm zeichnet ein Bild von Anarchie jenseits der Klischees vom Chaos stiftenden, Steine werfenden Punk. Vielmehr geht es den Anarchisten in dieser Dokumentation um eine konstruktive, weitestgehend vom Staat emanzipierte Weiterentwicklung gesellschaftlichen Miteinanders.

Deutschland 2015; R: Marcel Seehuber & Moritz Springer; 85 min.

Publikumspreis 2015 – Filmfest München!

Website der Produktionsgesellschaft
Website des Films

Aufruf zum anarchistischen Block auf der Demo gegen TTIP & CETA in Köln am 17. September

Das Foto stammt von unseren Genoss*innen der Anarchistischen Aktion & Organisation Kassel, die sich bereits in der Vergangenheit an einer Demonstration gegen TTIP beteiligten. (https://a-o-ks.org/)

Am 17. September finden in 7 Städten Deutschlands Demonstrationen gegen das Freihandelsabkommen zwischen Deutschland (bzw. Europa) und den Vereinigten Staaten „TTIP“ sowie gegen „CETA“ das Freihandelsabkommen zwischen Europa und Kanada statt. Wir wollen uns mit einem anarchistischen Block der Demonstration in Köln kritisch – solidarisch anschließen.

Bereits in der Vergangenheit gab es Mobilisierungen und Aktionen gegen diese Freihandelsabkommen. Unter anderem eine sehr große Demonstration mit 200.000-500.000 Menschen in Berlin. Es wird dadurch überdeutlich, dass es sich hierbei um ein Thema handelt welches eine große Masse an Menschen unabhängig ihrer politischen Einstellung bewegt. Umso bedauerlicher ist es, dass linksradikale und anarchistische Gruppen sich bisher kaum an den Protesten beteiligen. Dabei ist es ein Thema, welches konkrete Auswirkungen auf das Leben aller hat. Also eben auch auf uns, die wir uns als Linksradikale und / oder Anarchist*innen begreifen. Anstatt an den Protesten mit unseren Inhalten teilzunehmen, wird bisher in der Regel nur von außen beobachtet, nach autoritären/diskriminierenden Inhalten und Ausdrucksweisen gesucht. Natürlich werden die Proteste von bürgerlichen Kräften organisiert. Natürlich finden sich auf ihnen reaktionäre Positionen und teilweise diskriminierende Inhalte. Dennoch werden wir keine Veränderungen bewirken können, wenn wir nicht anfangen bereits im Vorfeld an solchen Protesten teilzunehmen um sie aktiv zu begleiten und mit zu gestalten. Vor allem, weil sich das Bündnis bereits im Vorfeld gezielt von „Rassismus, Rechtspopulismus und Antiamerikanismus*“ abgrenzt.
Durch eine starke anarchistische und / oder linksradikale Beteiligung an diesen Protesten können wir viele Menschen erreichen, welche durch das Thema TTIP und CETA sensibilisiert werden. (mehr…)

Alles verändern – Revolution statt Klimawandel: Anarchistisches Barrio auf dem Klimacamp im Rheinland

Die Zerstörung der Lebensgrundlagen und der menschengemachte Klimawandel sind wohl eine der größten Bedrohungen in der menschlichen Geschichte. Wie die gesellschaftlichen Auswirkungen aussehen werden, ist nicht vollständig absehbar, lässt sich aber an Katastrophen überall auf der Welt erahnen. Die Infrastruktur bricht zusammen, Menschen sterben durch Überflutungen, Schlammlawinen, Stürme, Krankheiten und Hunger und die ohnehin schon schlechten materiellen Lebensbedingungen Vieler unter kapitalistischer, staatlicher und sonstiger Herrschaft verschlechtern sich weiter. Für viele Menschen auf der Welt ist der Klimawandel bereits eine lebensbedrohliche Realität.

Eure Anführer*innen werden Euch nicht retten

Seit Jahrzehnten sind die Ursachen der menschengemachten Erderwärmung bekannt und die Anführer*innen der Welt diskutieren darüber, sie zu beseitigen. Passiert ist bisher nichts, die Menge von ausgestoßenen Treibhausgasen ist in den letzten 20 Jahren fast durchgängig gestiegen. Dass durch die Klimaverhandlungen nichts erreicht wird, liegt nicht an der Unfähigkeit der Verhandelnden, sondern dass diese den Zwängen des kapitalistischen Systems unterliegen.

Selbst wenn sie es wollten, sie befinden sich im permanenten Wettbewerb mit den Anführer*innen anderen Staaten und müssen die Interessen ihrer Wirtschaft schützen.

Jedes Land ist z.B. darauf angewiesen, dass seine Wirtschaft wächst, um seine Stabilität zu gewährleisten. Dass überhaupt Länder/Staaten als mögliche Kontrolleur*innen des Kapitalismus angesehen werden, folgt einer falschen Logik. Der Staat schafft und schützt erst Eigentum, welches eine der Grundlagen der kapitalistischen Wirtschaft ist. Er bekämpft auch aktiv die Klimabewegung, was sich an zahlreichen Polizeieinsätzen und Strafverfahren zeigt. Widerstand gegen die Zerstörung unser Lebensbasis muss sich also gegen den Kapitalismus und den Staat richten mit dem Ziel, beide zu beseitigen. Aber auch dies reicht Anarchist*innen nicht aus.

Unser Ziel ist nicht nur eine Verhinderung einer Katastrophe, sondern ein selbstbestimmtes Leben nach unseren Bedürfnissen und dies für alle Menschen. Daher müssen wir alle Herrschafts- und Unterdrückungsformen (z.B. auch Sexismus¹, Heteronormartivität, Rassismus, Ageismus²,…) angreifen. Solange ein Individuum unterdrückt wird, ist kein anderes frei.

Das Unmögliche versuchen, um das noch Unmöglichere zu erreichen

Das anarchistische Barrio soll deshalb ein Ort sein, an dem wir uns als Individuen begegnen, uns von unseren Unterdrückungserfahrungen und dem Widerstand dagegen erzählen können, um gemeinsam Kompliz*innen zu werden. Ein Ort für alle, die das Verhandeln satt haben, für alle, deren Selbstbestimmung nicht verhandelbar sein soll.

Bereiten wir uns darauf vor, das Unmögliche zu versuchen, um das noch Unmöglichere zu erreichen. Für ein Ende des Braunkohleabbaus im Rheinland, für ein Ende aller Herrschaft!

¹ Diskriminierung aufgrund des vermeitlichen „Geschlecht“

² Diskriminierung aufgrund des Alters

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Im Nachfolgenden findet ihr das Programm des Veranstaltungszeltes im anarchistischen Barrio. Da sich einzelnen Veranstaltungen noch verschieben können, achtet bitte vor Ort auf weitere Infos. Wenn ihr selber noch eine Veranstaltung anbieten wollt oder Fragen habt, sprecht bitte die Menschen beim Infostand im Infozelt oder beim Barrioplenum an. (mehr…)