Archiv für April 2016

1. Mai: Am anarchistischen Kampftag auf die Straße – gegen Vergessen und Faschismus

Eine kurze Übersicht

Der 1. Mai steht wieder einmal vor der Tür und es ist einiges los in Bochum.Bereits am Vorabend gibt es eine revolutionäre Vorabenddemo, das finden wir gut. Den Aufruf zur Demo findet ihr hier .
Wir selber organisieren am 1. Mai einen antikapitalistischen Block auf der DGB-Demo . Treffpunkt ist um 10.15 Uhr vor dem Bergbaumuseum. Danach, um 14.00 Uhr, wollen die Nazis der NPD durch Bochum marschieren und wir werden versuchen, den Widerstand dagegen zu unterstützen.

Die Geschichte des 1. Mai

Der erste Mai ist Kampftag der anarchistischen Bewegung. 1886 in Chicago wurde acht Anarchisten der Prozess gemacht, weil ihnen vorgeworfen wurde eine Bombe auf die Polizei geworfen zu haben. Die Genoss*innen hatten sich zuvor an den um den 1. Mai stattfinden Streiks und Aufständen beteiligt.

Der DGB Hand in Hand mit Feind*innen der Freiheit: Polizei und Staat

Das Gerichtsverfahren führte zum Tod von fünf von ihnen. Einer tötete sich selbst, vier wurden vom amerikanischen Staat hingerichtet. Während der Aufstände und Streiks um den 1. Mai wurden außerdem mindestens ein Dutzend Arbeiter*innen von der Polizei getötet.
Heute läuft die Polizei in den Demos des DGB mit. Für uns ist dies ein Missbrauch der Geschichte des 1. Mai. Die Polizei wird immer Gegnerin der freiheitlichen (Arbeiter*innen-) Bewegungen sein! Auch dass Bürgermeister*innen und dieses Jahr in Bochum die Ministerpräsidentin von NRW auf den 1- Mai Demos des DGB reden, ist abscheulich. Der Staat hat immer wieder die antiautoritäre Arbeiter*innenbewegung zerschlagen und unzählige unserer Genoss*innen ermordet.

Keinen Fußbreit der NPD – die Nazis aufhalten

Neben dem DGB will auch die NPD durch die Bochumer Straßen laufen. Gerade angesichts des anwachsenden Rassismus und Nationalismus hoffen wir, dass ihr Aufmarsch scheitern wird.
Wir haben zu unserem Block vor dem Bekanntwerden des Nazis-Aufmarsches aufgerufen und werden uns von den Nazis nicht diktieren lassen was wir an diesem Tag tun. Nach der Demo ist aber auch noch genug Zeit, um gegen den Nazi-Aufmarsch aktiv zu werden. In Deutschland ist der 1- Mai während des Nationalsozialismus zum Feiertag, dem „Tag der Arbeit“, gemacht und zugleich die Arbeiter*innenbewegung zerschlagen worden, deshalb beteiligt euch nach dem Block an den Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch!

Make Anarchism a Threat again – für eine kämpferische Zukunft

Es ist nicht nur das Gedenken wegen dem wir am 1. Mai auf die Straße gehen. Wir sind erfüllt von einem unzerstörlichen Begehren nach Freiheit. Wir wollen die Bestimmung über unsere Leben und ein Ende jeder Herrschaft. In einer Zeit wo die Geschichte an ihr Ende gelangt zu sein scheint und auch viele Linke es nicht wagen, dass Wort Revolution in den Mund zu nehmen, schreien wir es kämpferisch heraus: Hurrah for Anarchy!

Entreißen wir dem DGB das Gedenken! Halten wir die Nazis auf!
Kommt um 10.15 Uhr zum antikapitalistischen Block vorm Bergbaumuseum!

Anarchistisches Kennenlerntreffen

Ihr hab Lust andere freiheitlich gesinnte Menschen an der Ruhr-Uni und in Bochum kennenzulernen? In unserer Gesellschaft sind wir mit unseren freiheitlichen Einstellungen oft vereinzelt. Dabei ist gerade der Austausch mit anderen Menschen und die gegenseitige Solidarität wichtig, um den Verhältnissen etwas entgegenzusetzen. Ihr wollt nicht mehr allein mit euren Vorstellungen von einem freien Leben und euren Kämpfen sein? Dann kommt zum anarchistischen Kennlerntreffen an der Ruhr-Uni am 04.05 um 18.00 Uhr vor der Cafeteria von GB.

Dabei ist es völlig egal ob ihr Student*innen, Dozent*innen, Mitarbeiter*innen oder Menschen seit die gar nicht an der Uni (lohn-)arbeiten oder studieren. Es ist Raum für Alle da.
Lasst uns zusammen an der Überwindung von Staat, Kapitalismus, Patriarchat und allen anderen Formen von Herrschaft arbeiten!
Reden wir darüber wie unsere Vorstellungen von Widerstand aussehen und machen wir uns ein paar Gedanken darüber, was wir in Zukunft und gemeinsam tun können. Des Weiteren wollen wir über die anstehende Aktionswoche gegen Nationalismus, Rassismus und Faschismus reden. Auf dem Treffen soll auch gemeinsam der neue Plenumstermin der schwarzen Ruhr-Uni festgelegt werden. Es gibt veganen Kuchen und heiße Getränke. Nach dem Treffen wollen wir je nach Wetterlage noch (vegan) grillen oder ein Indoorpicknick an der Uni machen.

Alternativer Erstirundgang und alternative Semesterstart-Party

Es ist mal wieder Semesteranfang an der Ruhr-Uni. Das bedeutet aber nicht nur wieder vermehrten Lernstress, sondern auch eine Menge an Widerstand…

Der alternative Ersti-Rundgang

Am Donnerstag den 28. April veranstaltet die schwarzen Ruhr-Uni einen alternativen Erstirundgang. Wir treffen uns um 18 Uhr vor der Univerwaltung und zeigen euch die spannenden Ecken des Campus. Neben Orten studentischer “Selbst-”verwaltung, dem Frauen*raum und dem politischen Archiv werdet ihr auch in die tiefsten und dunkelsten Ebenen des Unigeländes geführt (festes, wasserdichtes Schuhwerk wird empfohlen). Dazu gibt es Anekdoten zu Bildungsprotesten und rebellischem Leben und Lernen an der RUB. Außerdem wird die Frage beantwortet: Kommt mensch nach 21 Uhr eigentlich irgendwie in die Unigebäude rein? Eine Rundgang nicht nur für Erstis…

Die alternative Semesterstart-Party

Unkommerzielle Partys sind auf dem Campus de facto verboten. Das finden wir uncool und nehmen uns deshalb einfach unangemeldet den Raum! Ab 20 Uhr wird vor dem Gebäude HGB gefeiert. Es gibt veganes Essen gegen Spende, Bier für einen Euro und gute Musik. Die Party ist außerdem eine gute Möglichkeit, um anarchistische und linke Gruppen und Initiativen der RUB und in Bochum kennenzulernen. Die Party wird organisiert von der schwarzen Ruhr-Uni, der anarchistischen Gruppe Bochum, der antifaschistischen Aktion Bochum und den Industrial Workers of the World Bochum. Alle Einnahmen gehen in anarchistische und linke Projekte.

Partyverbote wegtanzen – her mit dem schönen Leben!

Nieder mit Feind*innen der Freiheit – Aktionswoche gegen Nationalismus, Rassismus und Faschismus!

Deutschland 2016: Der Faschismus auf dem Vormarsch

Faschistische und rassistische Bewegungen sind in Deutschland auf beängstigendem Erfolgskurs. Im März bekam die „Alternative für Deutschland“ bei Wahlen in drei Bundesländern eine erschreckend hohe Anzahl an Stimmen. Während diese völkische-nationalistische, teils faschistische Partei erfolgreich ist, wächst der faschistische Terror. Es gibt tägliche Anschläge auf Geflüchteten und ihre Unterkünfte. Angriffe auf Linke, Anarchist*innen, Antifaschist*innen und alle anderen, die nicht in faschistische Weltbilder passen, werden immer häufiger. Die Gewalt reicht vom Zerstören von Dingen, über körperliche Attacken bis zu Brand- und Bombenanschlägen.

Keine Alternative: Der Staat und die demokratischen Parteien

Die demokratischen Parteien reagieren darauf nicht etwa mit einer geschlossen Front gegen diese Bedrohung, sondern positionieren sich selber zunehmend rassistischer und nationalistischer: CSU und CDU fordern eine Obergrenze für Geflüchtete, SPD-Ortsvereine rufen zu Demos gegen Geflüchtetenunterkünfte auf, ein grüner Ministerpräsident unterstützt Abschiebungen und selbst führende Politiker*innen der Linkspartei reden davon, dass „nicht alle Flüchtlinge kommen können.“
Auch die vergleichsweise sichere Route für Geflüchtete über den Balkan wurde wieder geschlossen und die Abschottung an den europäischen Außengrenzen wird weiter verstärkt. Die deutsche Regierung und die EU arbeiten mit der Türkei zusammen, damit überhaupt keine Menschen über sie nach Europa kommen. All dies führt dazu, dass immer mehr Menschen auf dem Weg nach Europa sterben.

Auch an und durch die Uni: Nationalismus und Rassismus

Auch an der Ruhr-Uni sind wir davon nicht unberührt. Vergangenes Semester gab es zunehmend rassistische Schmierereien und Sticker. Linke und anarchistische Plakate werden vermehrt abgerissen, rassistische Äußerungen auf dem Campus häufiger. Auch von Dozierenden wird in Vorlesungen Stimmung gegen Geflüchtete gemacht. Die Uni ist und war nie ein Ort frei von Rassismus, Nationalismus und Faschismus. Es studieren Faschist*innen an der Uni und auch nationalistische/rassistische Burschenschaften sind Bestandteil von Universitäten. Nationalismus und Rassismus entstehen eben auch an der Institution Universität, weil in vielen Bereichen die Idee, dass es Völker, Staaten und Nationen und damit auch Grenzen geben müsse, verteidigt und verbreitet wird.

Aktionswoche: Handeln wir!

Darum wird es vom 9. – 13. Mai eine Aktionswoche gegen Nationalismus, Rassismus und Faschismus an der Ruhr-Uni geben. Von der schwarzen Ruhr-Uni wird es während dieser Woche zahlreiche Aktionen geben. Wir rufen alle Individuen, Gruppen und Initiativen auf, sich an dieser zu beteiligen / selber aktiv zu werden. Greifen wir die Menschenfeindlichkeit an der Uni an und verbreiten die Idee einer Welt ohne Grenzen, Staaten und Völker!
Seien wir bei den Aktionen kreativ und lassen wir uns nicht in friedlich und militant spalten. Angesicht des rechten Terrors, der Gewalt des Staates und seiner Grenzen ist die Frage nicht, ob welche Widerstandsform seinen Gesetzen gehorcht, sondern ob unser Widerstand Menschen kurzfristig vor Terror und Gewalt schützen und diesem langfristig ein Ende setzen kann! Wir sehen unsere Aktionswoche gezielt als Vorbereitung für den Widerstand gegen den Nazigroßaufmarsch am 4.Juni in Dortmund, den sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“.

Anarchismus – die Alternative gegen Deutschland

Die faschistische Gewalt bedroht uns alle. Der Staat wird uns nicht schützen, er schützt eher die Faschist*innen und in der Zukunft besteht sowohl das Risiko einer faschistischen Machtübernahme, als auch die wahrscheinlichere Perspektive, dass der Staat wesentlich repressiver gegen freiheitliche Gesinnte Menschen und Geflüchtete vorgeht. Deshalb müssen wir Strukturen schaffen, die in der Lage sind, sich aktiv gegen faschistische Angriffe zu schützen.
Parallel dazu müssen wir eine Bewegung schaffen, die eine Alternative schafft gegen Grenzen, Staaten und Völker und Kapitalismus. Auch andere Probleme unserer Gesellschaft wie Armut, Umweltzerstörung, Ausbeutung, Stress… werden nicht verschwinden, sie werden in Zukunft noch gravierender werden. Wenn wir genug werden wollen, dann müssen zeigen, dass wir gegen die Unterdrückung eines*einer jeden kämpfen und durch solidarische und freiheitliche Erfahrungen andere inspirieren an unserer Seite zu kämpfen: Wenn ihr gemeinsam mit uns für die Freiheit aktiv werden wollt, kommt zu unserem Plenum und nehmt an unseren Aktionen teil – das Programm findet Ihr bald hier.

Nieder mit den Feind*innen der Freiheit!