Archiv für Februar 2016

Los geht’s – Black Pigeon – Anarchistisches Buch- und Kulturzentrum!

Liebe Menschen unsere Genoss*innen von Black Pigeon in Dortmund werden am 18.03 das anarchistische Zentrum eröffnen. Leider ist der Ort des Zentrums schon vor Eröffnung einigen Feind*innen der Freiheit bekannt geworden.
Um so wichtiger ist es das Zentrum zu unterstützen und gegen alle möglichen Angriffe zu verteidigen!

Sehet und staunet!

Seit Tagen renovieren wir fleißig die Räumlichkeiten unseres – und auch eures – Black Pigeon. Nun wollen wir euch nicht länger hinhalten und unser Geheimnis lüften:

Wir befinden uns in der Scharnhorststrasse 50, 44147 Dortmund, in direkter Nähe zum Recorder und dem Subrosa, zwei belebten alternativen Kneipen. Somit wird das Hafenviertel der Nordstadt zu einem wichtigen Anlaufpunkt, in dem viel Potenzial für ein kreatives und freiheitliches Miteinander liegt. Am 20. März öffnen wir unsere Türen für ein Nachbar*innen-Café, in welchem wir die bereits geknüpften Kontakte vertiefen und neue Bekanntschaften schließen wollen. Wir freuen uns über die netten Worte und die positive Resonanz der Nachbar*innen, die uns bereits jetzt entgegen getragen werden. Nach vielen Jahren des Leerstands wird dieser Raum nun endlich wieder mit Leben gefüllt und somit zum Kontrastprogramm der oft so tristen Stadt. Ein Raum, der unkommerzielles und ungezwungenes Dasein fördert, ist für uns alle ein großer Gewinn. Beachtet auch unseren Zeichen/Malwettbewerb für die Wandgestaltung des Zentrums – eine prima Gelegenheit für Künster*innen, sich auf großer Fläche auszutoben. 300m² stehen uns zur freien Gestaltung zur Verfügung, jetzt seid ihr gefragt!

Renovierungsaufwand erhöht sich

Mit großem Elan arbeiten wir auf die Eröffnung am 18. März hin, unser Eifer ist natürlich nicht unbemerkt geblieben. In der Nacht vom 22. auf den 23. Februar hat sich ein Stein in unsere Frontscheibe verirrt. Das bekannte Dortmunder Nazi Internetportal „Dortmund Echo“ veröffentlichte dazu einen Artikel. Die Nazis haben darüber hinaus eine Kampagne gegen Immobilien Schneider (unseren Vermieter) gestartet, ein Farbanschlag auf die Verkaufsstelle von Schneider, sowie ein E-Mail/Facebook Shitstorm folgte. Dies Verändert nichts an unserem bisher gefassten Plan und wir werden unbeirrt davon das Projekt weiter verfolgen.

Aus alt… mach neu!

In unseren aktuellen Räumen im Concordiart könnt ihr noch bis zum 12. März in Büchern stöbern, ab dem 18. März treffen wir uns dann in den neuen Räumen wieder. Wir hoffen, dass ihr diese Zeit ohne neuen Lesestoff gut übersteht. (;
Wenn ihr jetzt schon Ideen habt, was ihr im neun Black Pigeon realisieren wollt, fragt unsere Räumlichkeiten gern bereits jetzt an! Schreibt uns auch bei anderen Anliegen an: black-pigeon@riseup.net

Das neue Black Pigeon wird einen großen Beitrag zu noch mehr Kontinuität und Initiative der antiautoräten Bewegung beitragen!


Aktuelles hier

Ruhr-Uni distanziert sich von Plakatierverbot – Neues zur Situation an der RUB

Wir wollten nochmal ein paar Neuigkeiten zum dem vermeintlichen Verbot linker Plakate an der Ruhr-Uni verbreiten. Am 29. Januar hat sich die Ruhr-Uni auf Twiter dazu geäußert:

Die Aussagen der Ruhr-Uni wurden uns auch nochmal durch Quellen im Senat bestätigt
Bleibt die Frage wieso der Sicherheitsdienst dann anscheint auf eigene Faust so handelt?
Wahrscheinlich werden wir es nie erfahren, freuen uns aber drauf jetzt ohne Stress plakatieren zu können. Am Montag, den 08.02 waren wir dann auch nochmal Plakate kleistern vor der G-Reheie
Wir wollen auch trotz nicht Bestehen des Verbotes nochmal klarstellen: Ob etwas Verboten ist oder Erlaubt interessiert uns nicht, für uns zählt ob es sinnvoll und angemessen ist um Menschenfeindlichkeit zu bekämpfen.

Leider wurden wir in einem Artikel der BSZ zu dem Thema recht einseitig zitiert, dabei wurde nur auf unsere Kritik an der Plakatkampagne eingegangen, mit der wir uns kritisch-solidarisch auseinandersetzen wollten, anstatt breiter auf das eigentliche Problem einzugehen, nämlich die faschistischen Aktionen an der Uni.
Deswegen veröffentlichen wir die an uns gestellten Fragen und die entsprechenden Antworten:

1. Wie bewertet Ihr die Schmierereien? Inwiefern gibt es einen Rechtsruck an der RUB und eine Zunahme rassistischer bis faschistischer Aktivitäten an der RUB, wie Ihr es in der PM beschrieben habt?“

Dass es mehr als nur vereinzelte faschistische Aufkleber und Schmiereien (auf den Toiletten) an der Ruhr-Uni gibt, ist eindeutig eine neue Entwicklung. Auch unsere Plakate und die der Kampagne “RUB bekennt Farbe” werden inzwischen regelmäßig abgerissen. Jahrzehntelang galten die Unis, und besonders auch die RUB ja immer als irgendwie links, weil es in der Studierendenschaft immer viel politisches Engagement gab. Dazu kommt, dass die Unileitung in Bezug auf Geflüchtete einige gute Sachen gemacht hat, zum Beispiel das kostenlose Gasthörerstudium.
Deswegen halten wir die Sticker-und Sprühaktionenen für eine gezielte Provokation. Die Rechten wollten sich hier an einem Ort in Szene setzen, an dem sie nie viel zu melden hatten. Nach dem Motto: Seht her, wir können jetzt auch hier aktiv werden.
Aber nicht nur die Schmierereien, die es seit Jahren gibt, zeigen, dass auch die RUB nie ganz frei von rechten Tendenzen war und ist. Wir wissen auch von einem rechten Dozenten der neuerdings offen rassistische Ideen in seiner Vorlesung verbreitet. Ein anderes Beispiel sind die Burschenschaften.
Aber allgemein haben viele solcher Aktivitäten in letzter Zeit nochmal zugenommen. In Vorlesungen und Seminaren sind immer häufiger offen rechte Statements zu vernehmen. Da ist die Uni auch nur ein Abbild der Gesellschaft.

2. Was denkt Ihr über die von RUB bekennt Farbe initiierte Plakatkampagne?

Die Kampagne ist nett gemeint, und es ist besser, dass es sie gibt, als dass es sie nicht gibt. Aber sie ist relativ inhaltsleer. Was genau wird denn damit transportiert? RUB bekennt Farbe allgemein setzt sich wenig mit den Ursachen von Faschismus und Menschenfeindlichkeit auseinander.
Daneben stellt sich die Frage, was die Plakataktion bringt. Sicher setzt sie ein Zeichen, aber angesichts von mehr als 1000 Angriffen auf Unterkünfte von Geflüchteten, darunter immer wieder auch lebensbedrohliche Brandanschläge, glauben wir, dass mehr getan werden muss als nur Gesicht zu zeigen. Die Zeiten, in denen das groß etwas bringt sind wohl erstmal vorbei.

3. Worauf wolltet Ihr mit den eigenen eher satirischen Plakaten hinweisen? Mehr Inhalt vermitteln diese doch auch nicht, oder?

Zunächst einmal ist unsere Plakataktion natürlich Satire, deswegen auch die ähnlichen Sprüche und das gleiche Layout. Wir wollten mit unseren Plakaten auf die Bedeutung von selbsorgansiertem Antifaschismus hinweisen. Wir leisten mit unserer Plakataktion auch keine Diskussion über die gesellschaftlichen Hintergründe, aber wenn wir die Leute damit konfrontieren, dass andere nicht nur ihr Gesicht auf einem Plakat zeigen sondern selbst aktiv werden, regt das hoffentlich zum Weiterdenken an. Eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema leisten wir da an anderen Stellen, sei es mit Veranstaltungen, Flyern, Plakaten und so weiter

4. Gibt es denn von Eurer Seite auch Pläne für Aktionen und Veranstaltungen, um den rassitsichen Umtrieben zu begegnen? Bzw wie sollte man demnächst besser dagegn vorgehen?

Die hauptsächliche Arbeit ist weiterhin im Alltag angesiedelt. Das Hakenkreuz im Herrenklo übermalen, den Nazisticker abreissen oder überkleben, den rassistischen Statements von anderen Studierenden oder Dozent*innen widersprechen, eigene Strukturen aufbauen, Aufklärungsarbeit leisten, Geflüchteten beim Zurechtfinden an der RUB helfen.
Vor Kurzem haben wir einen Vortrag über die Situation in den 90ern (mit den Pogromen in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen und der Einschränkung des Asylrechts) organisiert, der mit über 30 Leuten auch sehr gut besucht war. Für nächstes Semester planen wir außerdem eine Aktionswoche gegen Nationalismus, Rassismus und Faschismus. Wer da mitmachen möchte kann zu unserem wöchentlichen Plenum Mittwochs um 18.00 Uhr in Gebäude GB vor der Cafeteria kommen.
Ansonsten rufen wir alle freiheitlich gesinnten Menschen an der Ruhr-Uni zu eigenständigem Handeln auf. Es ist uns wichtig solidarisch zu sein: Der Schwerpunkt von Diskussionen sollte nicht auf der Frage nach Legalität und Illegalität oder Gewaltfreiheit und Militanz von Aktionen liegen, sondern auf ihrer Sinnhaftigkeit (und Angemessenheit).

Hier noch ein paar Fotos von der Plakataktion:

Beitrittserklärung zur AFRR und FdA

Am 29. Januar 2016 sind wir der Anarchistischen Föderation Rhein/Ruhr (AFRR) und damit auch der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) beigetreten.

Den Anarchismus im Ruhrgebiet vorantreiben

Die Ausgangslage für Vernetzung und Förderierung im Gebiet Rhein/Ruhr sind günstig. Städte wie Dortmund und Bochum sind mit der Bahn nur 10 Minuten von einander entfernt, viele Menschen leben in einer Stadt und arbeiten oder studieren in einer anderen Stadt, während es in den Städten verschiedene Ausgangssituationen, Ansätze und Akteure für anarchistische Organisierung gibt. Wir haben in der Vergangenheit bereits mit der AFRR und ihren Gruppen kooperiert, z. B. bei der gemeinsamen Organisierung einer anarchistischen 1.-Mai-Demo im letzten Jahr und immer wieder Kontakte genknüpft. Die anarchistische Bewegung ist in den letzten Jahren in dieser Region langsam gewachsen. Deshalb wollen wir nun mit unseren Nachbar*innen in organisierter Form dort weiter ansetzen.

Im deutschsprachigen Raum: Anarchismus zur kämpferischen Alternative machen

Gerade in den Zeiten, in denen faschistische Bewegungen in Europa auf dem Vormarsch sind und die katastrophalen Auswirkungen von Herrschaft, Autorität und Nationalismus deutlich werden, suchen immer mehr Menschen nach einer Alternative. In Deutschland scheint bei vielen links-bürgerlichen Menschen das Vertrauen in den Staat gerade angesichts dessen Unterstützung/Duldung des faschistischen Terrors zunehmend zu verschwinden. Neben den beängstigenden Anwachsen von Rassismus und Nationalismus gab es in Deutschland auch eine große Welle von selbstorganisierter Hilfe für Geflüchtete. Wir wollen die Situation in Deutschland nicht verklären, aber wenn wir Menschen inspirieren wollen, gemeinsam Widerstand gegen Faschismus und Nationalismus zu leisten, brauchen wir eine Alternative zum Bestehenden, die mehr als nur ein Abwehrkampf ist.

Als Anarchist*innen sind wir angesichts einer globalisierten Welt voller komplexer Machtstrukturen in der besonderen Situation handlungsfähig zu sein, weil wir jenseits der Logik von Herrschaft handeln können. Nutzten wir diese Gelegenheit: Machen wir den Anarchismus auch im deutschsprachigen Raum zu einer kämpferischen Alternative! Deshalb wollen wir unsere Kämpfe nicht alleine führen, sondern gemeinsam mit vielen Genoss*innen.

Global: Fragment eine grenzenlosen Welt werden

Durch den den Beitritt zur FdA sind wir auch Mitglied der Internationale der Anarchistischen Föderationen (IFA) geworden. Die IFA besteht aus verschiedenen Mitgliedsföderationen aus Europa und Lateinamerika. Wir freuen uns sehr auf den Austausch mit Genoss*innen aus aller Welt und den gemeinsamen Aufbau von Strukturen, die Grenzen und Nationen überschreiten. Lasst uns gemeinsamen Erfahrungen schaffen, die Fragmente einer Welt ohne Grenzen sind – einer Welt der Anarchie.