Archiv für August 2015

(BO) Sozial- und ökologisch geht nur ohne Parteien und Parlamente – Aktion gegen Wahlen: Wahlkampf der „Grünen“ und SPD in Bochum

Die Grünen: Kult(o)ur und andere leere Wahlkampfversprechen

Die Grünen haben heute eine Fahrrad-„Kultour“ veranstaltet. Wir wollten das nicht unkommentiert lassen und haben an den einzelnen Stationen der Tour Hinweise auf die scheinheilige Politik der Grünen Partei hinterlassen (siehe Fotos). Die Grünen propagieren, sie würden sich für Umweltschutz einsetzen. Die Realität zeigt, dass sie genau das Gegenteil tun: In Hamburg wurde von der damaligen schwarz-grünen Landesregierung der Bau eines neuen gewaltigen Kohlekraftwerkes mitgetragen. In NRW wird der aktuelle Widerstand gegen den Braunkohleabbau im Rheinland mit massiver Polizeigewalt und sonstiger Repression bekämpft. Das alles unter einer rot-grünen Landesregierung. Die Widersprüchlichkeit der „Kultour“ entsteht durch rot-grüne Koalition im Bochumer Stadtrat, die Millionen für ein Konzerthaus ausgibt und auf Grund der Mehrkosten an anderen Stellen unter anderem an der freien Kultur kürzt.
Die Grünen in Bochum setzen sich somit nicht etwa für Kultur für alle ein, sondern für elitäre Großprojekte. Die Entwicklung der Grünen von einer alternativen öko-sozialen Basisbewegung hin zu einer in den Kapitalismus integrierten, Umweltzerstörung und Ausbeutung tragenden Partei zeigt bestens die Auswirkung, die eine Beteiligung am parlamentarischen System auf Bewegungen hat. Die Machtmechanismen der Parlamente korrumpieren jede*n egal wie viel Idealismus sie*er am Anfang in sich trägt.

SPD: Armut, Überwachung und Krieg

Nachdem wir den Grünen hoffentlich ein bisschen die Laune bei ihrer Fahrradtour vermiest haben, stellten wir uns einige Zeit in die Nähe der Wahlkampfstände der SPD und CDU. Zur CDU müssen wir hoffentlich nicht mehr viel sagen. Hier sei nur kurz an diverse rassistischen Äußerungen über Geflüchtete diverser CDU-Politiker*innen erinnert.

Die SPD steht wie keine andere Partei für den Verrat an den Arbeiter*innen und Armen, sowie am Frieden. Ihre Treue zum deutschen Staat und die Unterstützung des ersten Weltkriegs haben bereits vor hundert Jahren gezeigt, was mit einer sozialistischen Bewegung passiert, die versucht die politische Macht zu übernehmen. Sich hört auf sich für eine gerechtere Welt einzusetzen und stabilisiert die Interessen des Kapitalismus und des Staates. Jüngstes Beispiel hierfür sind die Einführung von Hartz4 oder auch die Einknickspiele um die Vorratsdatenspeicherung.

Um eine Alternative zum „Engagement“ in den Parteien zu bieten, verteilten wir Flyer mit Hinweis auf das anarchistische Organisierungstreffen in Bochum.
In den Flyern (siehe Fotos) wird klar gemacht, warum wir Parlamentarismus und Wahlen ablehnen und dass wir in Bochum und überall eine anarchistische Bewegung aufbauen wollen, die in der Lage ist, eigene Projekte umzusetzen. Wir hoffen, dass durch unsere Gespräche mit einigen Menschen vor Ort und die verteilten Flyer Menschen angeregt wurden aktiv zu werden und der Widerstand für ein selbstbestimmtes Leben in Bochum weiter wächst.

Gegen alle Beteiligung an Parlamenten! Für das was uns keine Partei geben kann: Ein selbstbestimmtes Leben ohne Herrschaft! Organisieren wir uns!

Anarchist*innen, die sich organisieren (wollen)

Den Parteien den Lenker überlassen: Gute Reise in die Klimakatastrophe

„Den Parteien den Lenker überlassen: Gute Reise in die Klimakatastrophe“

Den Parteien den Lenker überlassen: Gute Reise in die Klimakatastrophe (2)

„Den Parteien den Lenker überlassen: Gute Reise in die Klimakatastrophe (2)“

Kohlekraft & kaltes Bier / Ich bin Grüne*r / das schmeckt mir (vor Kneipe gekreidet)

„Kohlekraft & kaltes Bier / Ich bin Grüne*r / das schmeckt mir (vor Kneipe gekreidet)“

Die gleichen Ideen / in anderem Design / kein Unterschied bei den Parteien (gekreidet vor Designagentur)

„Die gleichen Ideen / in anderem Design / kein Unterschied bei den Parteien (gekreidet vor Designagentur)“

Freie Kunst statt elitärer Großprojekte

„Freie Kunst statt elitärer Großprojekte“

Solidarität mit Endegelände – gegen die Knüppel von Team Rot-Grün

„Solidarität mit Endegelände – gegen die Knüppel von Team Rot-Grün“

Alternative: Anarchismus organisieren

„Alternative: Anarchismus organisieren“

Flyer Vorderseite

„Flyer Vorderseite“

Flyer Rückseite

„Flyer Rückseite“


Quelle

Handeln statt die eigene Stimme abzugeben: Anarchistisches Organisierungstreffen Bochum

Im Westen nichts neues…

Die Aussichten für viele Menschen in Bochum und im restlichen Ruhrgebiet sind schon seit langer Zeit nicht besonders gut. Viele Menschen verarmen, es gibt immer weniger Arbeitsplätze, Unternehmen wie Opel oder Nokia haben Bochum verlassen. Die Stadt ist pleite und kürzt an vielen Stellen. Wir glauben nicht, dass Wahlen etwas daran ändern werden. Die Ursachen dafür liegen in der ungleichen Verteilung von Ressourcen in unserer Gesellschaft. Daran wird kein neuer Oberbürgermeister/neue Oberbürgermeisterin etwas ändern. Es geht um die Macht eines herrschenden Systems und unseren Glauben/ Erfahrung nicht über unser Leben bestimmen zu können. Für Einige spielen solche Probleme kaum eine Rolle, aber für alle haben die Wahlen nicht wirklich eine Auswirkung auf ihr Leben.

Alles bleibt wie immer – der graue Alltag

Es gibt vieles, was schlecht ist. Stress in Uni, Schule und Beruf; zu wenig Geld zum Leben mit oder ohne Job; Gewalt durch Familie, Polizei und andere; etc. Gleichzeitig sind auch die Zeitungen voll mit schlechten Nachrichten: Brennende Flüchtlingsheime, Klimawandel, Sparpolitik, etc. Wann haben Wahlen jemals etwas daran geändert? Erst recht auf unseren Alltag haben Parlamentsdebatten und politische Machtspielchen keinen Einfluss, Wahlen geben uns höchstens die Illusion, dass wir etwas ändern könnten. Das ist aber falsch. In Griechenland wurde vor einem halben Jahr eine vermeintlich „radikale“ Regierung gewählt, die versprochen hat die Kürzungspolitik der EU/Deutschlands und ihrer Vorgänger*innen zu beenden. Sechs Monate später führt sie selbst noch härtere Sparmahnahnen durch. Das ist nur ein Beispiel der Enttäuschungen durch Parlamente. Die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen. Wie lange werden wir die immer gleichen Enttäuschungen weiter hinnehmen?. Wir haben es satt das weiter tatenlos mit anzusehen. Du auch?

Sich organisieren und selber handeln!

Wenn sich wirklich etwas ändern soll, dann müssen wir es selber ändern! Der Weg zu einer Welt ohne Unterdrückung ist lang, aber wir können jetzt anfangen Schritt für Schritt die Kontrolle über unsere Leben zu gewinnen. Umsonstläden¹, Küchen für Alle², selbstverwaltete Häuser und viele andere Projekte zeigen durch ihre solidarische Praxis, dass ein anderes Zusammenleben möglich ist.

Wir wollen uns nicht länger von Parlamenten und Regierungen kontrollieren lassen. Wäre es nicht schön wenn es keine Chef*innen, Lehrer*innen Politiker*innen oder Polizist*innen mehr gäbe, die uns zu etwas zwingen? Wir wollen über unser eigenes Leben selber entscheiden. Das nennen wir Anarchismus.

Unser Ziel ist es, uns gemeinsam zu organisieren, um zu benennen, verstehen und anzugehen was uns unterdrückt. Je mehr Menschen gemeinsam an einem anderen Zusammenleben arbeiten und bereit sind politisch aktiv zu sein, desto mehr können sie erreichen, deshalb wollen wir uns gemeinsam organisieren. Bestehende anarchistische Projekte wollen wir stärken, neue aufbauen und die Vernetzung dieser vorantreiben.

Hören wir auf unsere Stimme abzugeben und fangen wir an zu handeln! Wenn du mitmachen willst komme am 26.09 um 14.00 Uhr ins Soziale Zentrum in der Josephstr. 2. Menschen, die sich rassistisch, sexistisch, antisemitisch, nationalistisch oder sonst wie menschenfeindlich verhalten sind nicht willkommen.

¹Läden in denen Menschen frei Dinge bringen die sie nicht brauchen und mitnehmen was sie brauchen. ²Gemeinschaftliches Kochen. Das (meist vegane) Essen wird anschließend gegen Spende verteilt um alle Menschen die Möglichkeit zu geben satt zu werden.

Quelle: http://anarchiebochum.blogsport.eu/