Archiv für Dezember 2014

Tresen der schwarzen Ruhr-Uni im Januar- Lesung aus CrimethInc Buch: “Work”

Warum müssen wir, trotz all des technischem Fortschritts, mehr arbeiten als je zuvor? Wie kommt es, dass je härter wir arbeiten, wir letztendlich im Vergleich zu unseren Bossen umso ärmer werden? Warum konzentrieren sich die Leute einzig darauf, ihre Jobs zu retten, wenn die Wirtschaft zusammen- bricht, obwohl eigentlich von vornherein keine*r die Arbeit mag? Kann der Kapitalismus ein weiteres Jahrhundert der Krisen überstehen?

Übesetzt von einer Crew rund um den anarchistischen Mailorder black mosquito ist das Buch „Work“ nun auch auf deutsch erschienen. Ursprünglich wurde es vom CrimethInc-Collective in den USA herausgegeben. Wir laden ein zu Lesung, Buchvorstellung und anschließender Diskussion mit Mitgliedern des Übersetzungskollektivs.

15.01.2015 um 18.00 Uhr

Eine Gefahr für uns alle: Über die Entwicklungen an der RUB und in der restlichen Gesellschaft

Eigentlich äußern wir uns als antiparlamentarische Gruppe nicht zu Geschehnissen bezüglich Hochschulparlament und im ASTA. Auf Grund der Ereignisse in den letzten Wochen sehen wir uns aber zu einer Ausnahme gezwungen.  


Email: Und das “Outing” “linksradikaler  Aktivist*innen“

Am Mittwochabend erhielten die meisten Student*innen eine Email in der die linken Listen der Uni diffamiert wurden. Dies entspricht immer noch der Logik parlamentarischer Machtkämpfe. Es stellt keine direkte Gefahr für Menschen dar. 
Wir äußern uns zu der Email, wegen dem “Outing” angeblicher linksradikaler Aktivist*innen. Über die Frage, ob die besagten Personen wirklich in linksradikalen Gruppen aktiv sind oder nicht, möchten wir hier nicht spekulieren. Dies ist aber auch unwichtig. Allein die Unterstellung sie wären es im Zusammenhang mit der Nennung ihrer Namen ist eine Gefährdung des Lebens und der Gesundheit dieser Personen. Wenn nämlich Nazis diese Unterstellung als wahr bewerten und sich die Adressen und/oder Fotos der Betroffenen besorgen, dann sind diese Menschen eine starken Gefahr ausgesetzt angegriffen zu werden. Das ein Angriff von Nazis, Faschist*innen und anderen Rechten auch heißen kann das sie die Betroffenen ermorden sollte jeder*jeden angesichts der hunderten von Menschen, die in den letzten 20 Jahren von ihnen ermordet wurden, klar sein. Unsere Solidarität gilt daher den Betroffenen!


Haben die linken ASTEN/  Listen an der RUB linksradikale Projekte unterstützt? 
Über eine falsche Diskussion… 

In der besagten Email wurde versucht die linken Listen damit anzugreifen, dass sie als sie am ASTA beteiligt waren linksradikale Strukturen unterstützt hätten.
Wir lehnen den ASTA als Institution, die Herrschaft über uns ausübt ab*. Student*innen sind gezwungen. „Beiträge“ für ihr Studium zu zahlen. Dieses Geld wird dann teilweise vom ASTA verwaltet und vergeben. In unserer Gesellschaft besteht aber nicht nur der Zwang jedes Semester Geld an die Uni zu zahlen, wir sind allgemein gezwungen zu bezahlen oder zu tauschen um Güter oder Dienstleistungen zu Befriedigung unserer Bedürfnisse zu bekommen. Dies zwingt die Mehrheit der Menschen dazu ihre Arbeit zu verkaufen und ist Grundlage der kapitalistischen Ausbeutung.
Anarchist*innen und auch viele Linksradikale wollen daher, dass Eigentum** abschaffen und eine Gesellschaft schaffen in der auf Basis unser Bedürfnisse und ohne Arbeitszwang produziert wird.
Wenn also der ASTA linksradikale Projekte unterstützt, tut er gerade damit etwas gegen den Zwang den
wir durch Geld und Eigentum ausgesetzt sind.  


Radikal sein und dazu stehen

Wir als anarchistische Gruppe sind radikal. Wir wollen die Gesellschaft überwinden in der wir leben,
weil sie auf Ausbeutung und Unterdrückung beruht. Wir lehnen Staat, Kapitalismus, Parteien und vieles mehr ab, nicht weil wir Menschen hassen oder Chaos schaffen wollen, sonder weil jede*r Mensch und ihre*seine Freiheit für uns das Wichtigste ist, über dem nichts anderes steht.
Herrschaft ist für uns immer ein Angriff auf das Recht jeder*jedes Menschen selbstbestimmt über ihr*sein Leben zu entscheiden. Gleichzeitig sind wir zornig und traurig darüber, dass Millionen verhungern während es genug Essen für alle gibt, Milliarden arm sind, die Welt in der wir leben von unserem Wirtschaftssystem zerstört wird und vieles mehr. Dies verbindet uns als Anarchist*innen mit (anderen***) Linksradikalen. Angesichts der Lage unserer Welt sind nicht die Radikalen problematisch, sondern, diejenigen die die bestehende Herrschaft weiterhin unterstützen oder nur eine andere Form von Herrschaft anstreben wie autoritäre**** Linke, Rechte, Faschist*innen, Nationalsozialist*innen. 
Lasst uns die Welt von der Wurzel an verändern! 

Aktuelle Entwicklungen 

In vielen Ländern Europas  sind Faschismus, Nationalismus und rechte, reaktionäre und menschenfeindliche Vorstellungen auf dem Vormarsch. Von Politiker*innen wird gegen Menschen gehetzt, die vor Armut, Gewalt und Zerstörung nach Europa fliehen, auf den Straßen demonstrieren Menschen gegen die „Islamisierung“ des „Abendlandes“ und die Anzahl von Anschlägen, Angriffen, Morden durch rechte Gruppen in Europa nimmt massiv zu.
Reaktionäre und rechte Einstellungen verbreiten sich auch an der Uni immer mehr. Der Wahlsieg der bestehenden ASTA-Koalition und die Angriff auf Linke im Internet sind dabei  nur ein weiterer Schritt in einer besorgniserregende Entwicklung.  
In Anbetracht dieser Situation ist eine starke anarchistische/ radikale Bewegung sehr wichtig.Wir müssen eine Alternative zum Bestehenden bieten und gleichzeitig gefährliche Entwicklungen bekämpfen. Erklären wir den anderen Menschen an der Uni, dass wir für eine Gesellschaft einstehen in der alle frei sind und tolerieren wir nicht die sich ausbreitende Menschenfeindlichkeit. Seinen wir solidarisch mit den Betroffenen rechter Angriffe und staatlicher Repression!  Schaffen wir wirkliche Alternativen zu den Strukturen der Uni und des Staates, zu denen auch das STUPA und der ASTA gehören. Schaffen wir Freiräume und bauen eine echte Selbstverwaltung auf!
Es ist Zeit radikal zu sein!  

*  Mehr dazu könnt ihr in unserer Broschüre Herrschaftsinstitution Hochschule lesen. Die ihr auf unserem Blog findet: www.schwarzerub.blogsport.de
** Eigentum unterscheidet sich von Besitz, den Anarchist*innen nicht ablehnen. Besitz setzt eine Nutzung zur Befriedigung der eignen Bedürfnisse voraus. Ein Haus aus dessen Miete ich als Eigentümer Geld verdiene ist mein Eigentum. Wenn ich in dem Haus wohne und es somit benutzte, ist es mein Besitz.
*** Es gibt im Anarchismus eine Debatte, ob Anarchismus links ist oder nicht, weil der Begriff links aus dem Parlamentarismus kommt und Anarchist*innenParlamentarismus ablehnen. Außerdem teilen nicht alle Linken grundlegende anarchistische Positionen wie zum Beispiel die Ablehnung von Staat und Parteien.  
**** Autoritäre Linke sind diejenigen, die keine Überwindung der Herrschaft von unten anstreben, sondern eine Ergreifung/ Erlangung der (staatlichen) Macht, um von oben den Kapitalismus abzuschaffen. Dies hat historisch nie funktionier und zu Staaten wie der Sowjetunion, DDR oder Kuba geführt, in denen Anarchist*innen häufig stärker verfolgt werden/ wurden als in den „demokratischen, westlichen“ Ländern.  

Mittwoch: Küche für Alle

Mittwoch gibt es wieder Küche für Alle.
Mehr Infos und Speiseplan hier: http://schwarzerub.blogsport.de/kueche-fuer-alle/

Tresen der schwarzen Ruhr-Uni im Dezember

„Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche“
Anarchistische Widerstandsperspektiven gegen den Klimawandel

Viele Menschen, die anfangen mehr über den Klimawandel zu erfahren, wenden sich bald anderen Themen zu. Das liegt zum einen an den angstmachenden Ausmaß der Folgen, zum anderen an der Tiefe der Ursachen für das Problem…

In dem Vortrag wird von der Grundannahme ausgegangen, dass der Klimawandel durch die kapitalistische Wirtschaftsform entstehen konnte, die auf der Ausbeutung von Natur und Mensch beruht. Darauf aufbauend wird die These aufgestellt, dass die Klimaproblematik nicht mit dem Kapitalismus und den von ihm geprägten Gesellschaftsmodellen gelöst werden kann, sondern nur gegen sie.

Mit diesem Grundannahmen startet eine Suche nach anarchistischen Widerstandsperspektiven gegen den Klimawandel. Die Suche schneidet Klassiker*innen, Postanarchist*innen und Theoretiker*innen, die sich gar nicht als Anarchist*innen begreifen. Daraus entstehen Ansätze anarchistischer Perspektiven, die Teilweise an konkreten Beispielen deutlich gemacht werden. Doch, wirken diese nicht viel zu langsam? Schließlich müssen wir in den nächsten Jahren gegen den Klimawandel handeln und anarchistische Ansätze der Veränderung waren und sind eher langfristig angelegt…?
Wer fixe Antworten erwartet dem sei schon jetzt gesagt: Auf solche Fragen kann es keine fertige Antworten geben, aber das Unmögliche kann auch nur denkbar und sichtbar werden, wenn wir anfangen „fragend voran zu schreiten“ (Zapatist*innen).
Der Referent ist in der Gruppe ausgeco2hlt im Klima- und Antibraunkohlewiderstand im Rheinischen Braunkohlerevier aktiv.

Es werden Getränke und günstiges veganes Essen angeboten.

18.12.2014 um 18.00 Uhr in Raum GBCF 04/611¹

¹Wegbeschreibung:
Von Norden: Gebäude GB (Ebene 02) betreten und in das zweite Treppenhaus (Süd),
dann zwei Stockwerke runter und in den linken Korridor gehen.
Von Süden ( Parkplatz) aus in das Treppenhaus von GB (Ebene 05) und
ein Stockwerk hoch und in den linken Korridor gehen.